Fliegen mit BAHN

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WimK
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Fliegen mit BAHN

Beitrag von WimK »

Hallo,

Ich habe ein Flughafendemo herstellt. Die Flugzeuge können leider nicht fliegen (es fehlen die Ebenen +1, +2 usw.) sondern aufsteigen, landen und rollen sind gut zu simulieren. Die Startbahne habe ich herstellt mit Hilfe von Wikipedia und Google Earth.
Die Flugzeuge (etwa 12 Stück, verschiedene Typen) sind nicht massstabgetreu (ist leider nicht möglich) sondern 50% kleiner als die andere Fahrzeuge in Bahn.

Grüsse,

Wim




Dateianhang:
http://www.bahnazubis-nord.de/bahnforum/upload/airport.zip]airport.zip


Dateianhang:
http://www.bahnazubis-nord.de/bahnforum/upload/airport.zip]airport.zip
Zuletzt geändert von WimK am Montag 29. Oktober 2007, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
Laat de treinen rijden!
bahnfan20
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von bahnfan20 »

Hi,

Prinzip ist nicht schlecht, auch einfach nachzuvollziehen, aber sieht halt dumm aus, wenn die Flieger so klein sind. Tja, es wird Sachen geben, die in Bahn einfach nicht machbar sind.
Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.
gilles
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von gilles »

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">Hi,

Prinzip ist nicht schlecht, auch einfach nachzuvollziehen, aber sieht halt dumm aus, wenn die Flieger so klein sind. Tja, es wird Sachen geben, die in Bahn einfach nicht machbar sind.</tr></td></table>

Möglich wäre es, doch um es auf den Punkt zu bringen:

C++(+)(§ 3 Abs. 1 MarkenG)(=)©(+)C++(=)(§ 14 MarkenG)

[img]icon_biggrin.gif[/img]
Zuletzt geändert von gilles am Dienstag 6. November 2007, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
mfg
bahnfan20
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von bahnfan20 »

Ja, mich auch [img]icon_question.gif[/img]
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tnowacki
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von tnowacki »

häää???
Rolf R
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Rolf R »

Aber schön, drüber gesprochen zu haben... [img]icon_confused.gif[/img]
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gilles
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von gilles »

Hallo

Ich möchte mich für eventuelle Irritationen entschuldigen, welche von meiner Seite aus keineswegs beabsichtigt wurden.

Was ich mit meinem posting ausdrücken wollte, ist eine Verletzung des Urheberrechts, sollte man dem Interesse nachgehen, den source codes des Programmes Bahn zu manipulieren.
Daher zwei Hinweise auf die Paragraphen aus der Markengesetzgebung.

Mit Verlaub möchte ich meinen, dass Jan Bochmann aufgrund dieser Bestimmungen, ein automatisch einhergehendes Inhaberrecht auf sein Programm "Bahn" inne hat. Ohne ausdrücklicher Zustimmung darf dieses nicht ab/geändert werden, sofern der Inhaber keine offiziele Modifikationsmögichkeit anbietet.

WimK hat, so konnte ich herauslesen, seinen "Airport" mit Hilfe seitens des Inhabers, genehmigter, sprich geduldeter Modifikationsmöglichkeiten gestaltet. Alles weitere ist keine Frage der Möglichkeit (siehe posting #2) sondern eine Frage an/des Inhabers.

PS: Aus persönlichem Interesse stelle ich Jan Bochmann folgende Frage; wie sah das Inhaberrecht bzw Markenrecht in der ehemaligen DDR aus? Auf welche verfügbaren Mittel (soft/hardware) konnte man als DDR Bürger zurückgreifen um ein Programm zu schreiben? Wie sah die Unterstützung seitens der DDR aus, welche Vorraussetzungen bzw Auflagen musste man Erfüllen? Ich persönlich sehe das Programm Bahn bzw die Anfänge dessen als Meilenstein der Softwareentwickungen aus der ehemaligen DDR an, zumindest was Ihr Konzept angeht, welches Sie mit Bahn verwircklichen konnten.
Zuletzt geändert von gilles am Dienstag 13. November 2007, 13:48, insgesamt 1-mal geändert.
mfg
richterjue
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von richterjue »

Hallo giles

Also was man zu DDR-Zeiten - ich beziehe mich auf die Jahre bis 1989 - an Software zur Verfügung gestellt bekam waren in der Regel abgespeckte oder leicht modifizierte Programme die denen im Westen sehr stark ähnelten. Keine 100%tigen Kopien - Ich kann mich hier noch an Supercalk und eine Variante von Wordstar erinnern.
Es standen damals vorwiegend 8-Bit-Rechner zur Verfügung, 16-Bit-Rechner waren die Ausnahme Typ PC1715 von Robotron mit einem CP/M ähnlichen Betriebssystem.

Ich habe diesen PC-Typ bis zum Jahr 2006 noch gewartet da er mit einer Papierschneidemaschine verbunden war. Programmiersprache war dem Turbo-Pascal 2.0 (vertrieben von Borland Inc.) sehr stark angelehnt. Heute aufgegangen im Free-Pascal bzw. Delphi. Über die serielle Schnittstelle wurden die Steuerkommandos an die Maschinenelektronik übertragen. Ein Umbau kam nicht mehr in Frage, da neuere PC's eine höhere Übertragungsrate ermöglichen und die Maschinenelektronik die hören Geschwindigkeiten nicht verarbeiten kann. So ist diese Papierschneidemaschine mit einigen Modifikationen am Steuerprogramm (Ausgleich des Verschleißspiels) von 1980 - 2006 = 26 Jahre in Betrieb gewesen und erst Anfang 2007 durch einen neuen Schnellschneider ersetzt worden.

Ich habe dann alle Ersatzteile die ich für die PC1715 Generation gesammelt habe an einen Sammler von funktionsfähiger Robotrontechnik nach Erfurt abgegeben.

Was ist aber mir geblieben aus dieser Zeit ? Noch heute ist der auch von Jan beschriebene Kleincomputer KC-85/3 bei mir vorhanden und mit einer modernen Tastatur für die Steuerung meiner Modelleisenbahn im Einsatz (8-Bit U880-CPU).
Als Programmiersprachen habe ich ROM-Module in Basic und Forth im Einsatz, sowie ein RAM Erweiterungsmodul. Alle Programme sind beim KC-85/3 wie damals auch beim Commodore üblich auf einer Datasette gespeichert worden.
Mehrere Programme und Spiele aus der Zeit bis 1989 sind noch in meinem Besitz und werden heute zwischen den wenigen KC-85/3 Besitzern getauscht.
Da der KC-85/3 als Anzeigegerät ein normales TV-Gerät benutzt, ist er für viele Basteltätigkeiten unverzichtbar. So kann ich damit Tunerkarten austesten, seit dem das AnalogTV nicht mehr in ist, und auch noch so manches mehr.

In meiner Schublade lag auch in den 80er-Jahren sogar ein grafisches Betriebssystem für die MS-DOS-Rechner, das dem von GEM (damals Digital Research) angelehnt war und von mir als GEM-Start bezeichnet wurde und eine einheitliche API-für die Fenster- und Speicherverwaltung bereitstellte die alle Anwendungen nutzen konnten. Es gab bereits für alle möglichen Anwendungsfälle entsprechende Anwendungen. Ich habe die gesamte Software noch heute gelegentlich für Geschwindigkeitstests im Einsatz.
Rechner ist ein PC1640 (der dem PC1715 sehr ähnlich war) und heute auch noch bei mir benutzt werden kann. Er ist schon ein 16-Bit-System mit 640 KB Arbeitsspeicher zwei 5 1/4"-Diesketten-Laufwerken( 360 KB max. 420 KB) und einer 40 MB Festplatte (Eigenkonstruktion) ausgestattet - 8-Bit Grafikkarte-(16 Farben) sogar auch dabei !
Da die Programme stark für Ihren Einsatzzweck optimiert waren, gab es damals noch keine Futuritis.
Mit der Entwicklung von Windows 3.1 wurde der Einsatz einer grafischen API für die einheitliche Darstellung von Inhalten dann auch mit der entsprechenden Marktmacht umgesetzt, so das GEM bzw. GEM-Start dann in den Wendejahren 1987-1989 nicht mehr weiterverfolgt wurde - Entwicklungsarbeit ist 1990 eingestellt worden. Teile der Maschinenprogramme sind dann mehrfach verkauft worden.
Heute sind Teile der damals entwickelten Ideen Bestandteil von Free-DOS, eines der kleinsten und schlanksten Betriebssysteme für die I386-Generation. Zur Zeit bereits auch als FreeDOS32 bekannt (noch als Alpha-version 0.0.5). Ob es jemals zu einer Vollversion kommen wird steht in den Sternen, da die Entwicklergemeinde heute vorwiegend auf Linux setzen tut, wozu auch meine Person gehört, und an FreeDos nur noch "Schönheits"-Korrekturen durchgeführt werden. Die Arbeit an Betriebssystemen für Einzelprozessoren geht eben auch nach bald 27-Jahren Pflege dem Ende entgegen.

In ähnlicher Form hat sich auch Bahn über die Jahre entwickelt. Von einer kleinen Idee zu dem was wir jetzt haben. Vielfach verbessert.

Ich hoffe vielleicht ein paar Deiner Fragen beantwortet zu haben.

Herzliche Grüße
richterjue
Zuletzt geändert von richterjue am Samstag 17. November 2007, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.
Rolf R
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Rolf R »

Aber warum entsteht hier eine Urheberrechts-Diskussion?
Der Airport, den WimK mit der zip-Datei zur Verfügung stellt ist doch nichts anderes als ein BAHN-Netz (Dateiname: airport.nt3).
Damit wird erstmal kein Urheberrecht an BAHN verletzt - denn dafür ist es ja gemacht worden.
Gut - im Gegensatz zu Zügen, Bussen und Straßenbahnen sind hier Flugzeuge die Hauptdarsteller.

Wie WimK nun mit dem Manko umgeht, dass seine Flugzeuge nicht starten können und dass sie ein wenig klein geraten sind, ist also sein Problem.
Aber er hat weder das Programm verändert noch erweitert, somit ist ihm keine Urheberrechts-Verletzung vorzuwerfen.

Ansonsten dürfte niemand von uns jemals ein Netz bauen noch irgendwelche Fahrzeuge oder Gebäude bzw. diese zumindest veröffentlichen.

Grüße

Rolf
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Jan Bochmann
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Jan Bochmann »

Guten Tag,

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">Hallo

Ich möchte mich für eventuelle Irritationen entschuldigen, welche von meiner Seite aus keineswegs beabsichtigt wurden.

>Was ich mit meinem posting ausdrücken wollte, ist eine Verletzung des Urheberrechts, sollte man dem Interesse nachgehen, den source codes des Programmes Bahn zu manipulieren...</tr></td></table>

Soweit schon klar, aber es war nicht sehr verständlich formuliert ;-)

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">Mit Verlaub möchte ich meinen, dass Jan Bochmann aufgrund dieser Bestimmungen, ein automatisch einhergehendes Inhaberrecht auf sein Programm "Bahn" inne hat...</tr></td></table>

Das nehme ich an.

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">WimK hat, so konnte ich herauslesen, seinen "Airport" mit Hilfe seitens des Inhabers, genehmigter, sprich geduldeter Modifikationsmöglichkeiten gestaltet.</tr></td></table>

Ja, und das ist selbstverständlich erlaubt und erwünscht.

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">Alles weitere ist keine Frage der Möglichkeit (siehe posting #2) sondern eine Frage an/des Inhabers.

PS: Aus persönlichem Interesse stelle ich folgende Frage; wie sah das Inhaberrecht bzw. Markenrecht in der ehemaligen DDR aus?</tr></td></table>

Offen gestanden, das weiß ich nicht. Mit der Industrie hatte ich damals nur wenig zu tun, und in den ersten Jahren der Heimcomputer spielte das dort überhaupt keine Rolle.
Man programmierte "just for fun" und tauschte Software beliebig gegenseitig aus.
Es ging nicht um Geld und auch kaum um "Ruhm".
Jeder hätte seinen Namen in ein fremdes Programm patchen können, aber das gehörte sich einfach nicht.
Die Software war auch damals noch nicht so komplex, d.h. man konnte komplette Projekte in der Freizeit realisieren, so wie andere Hobbys auch.

Oftmals wurden Programme westlicher Vorbilder für die eigene Hardware nachgeschrieben, aber dafür hat sich kein westlicher Hersteller interessiert.
Er hätte hier sowieso nichts verdienen können.
Auch nach 1990 war das nicht gleich ein Problem:
Viele westliche Firmen haben nachträglich und kostenlos "graue" Kopien ihrer Software in Osteuropa legalisiert.
Als negative Ausnahme gilt Microsoft, die hatten es offenbar nötig.

<table width="90%" cellspacing="1" cellpadding="3" border="0" align="center"><tr> <td><span class="genmed">Zitat:</span></td></tr><tr><td class="quote">Auf welche verfügbaren Mittel (soft/hardware) konnte man als DDR Bürger zurückgreifen um ein Programm zu schreiben? Wie sah die Unterstützung seitens der DDR aus, welche Voraussetzungen bzw. Auflagen musste man Erfüllen?</tr></td></table>

Das ist eine Frage von Zeit und Ort und wird ja wieder mal eine lange Geschichte...
Ich schreibe mal ein bißchen aus dem Stegreif auf, was mir dazu einfällt.
Manche technischen Details, Bezeichnungen und Jahreszahlen mögen inkorrekt sein, ein bißchen ist auch aus der Gerüchteküche.

In den 1950er/1960er Jahren war die Entwicklung noch ziemlich eigenständig, wie in den meisten anderen Ländern auch.
Später setzten sich internationale Standards bei Hardware und Software durch, die meist durch große Konzerne bestimmt waren.
Mit der Anfangszeit kenne ich mich wenig aus, aber es gibt dazu gute Museen (z.B. die Technischen Sammlungen in Dresden).

(Teil 2 folgt, ich stoße hier wieder mal an die 5000Byte-Grenze)
Zuletzt geändert von Jan Bochmann am Sonntag 18. November 2007, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
Jan Bochmann
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Jan Bochmann »

(Teil2)

Fangen wir also ca. 1970 an.
Im Bereich der Industrie, Banken und Hochschulen gab es eigentlich so ziemlich alles, das es in der westlichen Welt auch gab.
Meistens zwar unter anderem Namen, aber nur wenige Jahre später. Als Beispiele mögen dienen:

IBM-Mainframes (64 bit Verarbeitungsbreite bei IBM/370 schon in den 1970er Jahren) mit VT100-Terminals, bei robotron als 1040,1055,1056,1057.
Produziert im wesentlichen bei Robotron K.-M.-Stadt. Die 1057 von 1987 immerhin schon mit 4 Prozessoren.
Bei solchen Maschinen war ein Prozessor aber noch kein einzelner Schaltkreis, sondern aus vielen Einzelbausteinen zusammengeschaltet.
Die kamen u.a. aus Frankfurt/Oder, Mühlhausen/Thür., Hermsdorf/Thür., Erfurt und Dresden, aber auch von Tesla aus der CSSR.

8-Bit-PC für Büroanwendungen mit Betriebssystem CP/M, z.B. PC1715, BCA5110, BCA5120.
Ähnliches für industrielle Anwendungen, z.B. MC80 aus Gera.
Basis war bei allen der Mikroprozessor U880 (bzw. dessen Verwandte U881, U882...), kompatibel zum Zilog Z80.

16-Bit-PC als Weiterentwicklung, mit CP/M16 oder DOS, z.B. PC1715W, BCA5120.16, 5130 (?), AC7100, AC7150, ESER-PC.
Der AC7150 war der erste in der DDR mit einer serienmäßigen Festplatte (10 MB).
Produziert: PC-Reihe in Sömmerda (Thür.), BCA-Reihe in K.-M.-St., AC-Reihe in Dresden.
Im Design der BC gab es auch viele Terminals, z.B. für Fahrkarten/EPLA der DR und für Banken/Sparkassen.
Als Nachfolger des Dresdner Betriebs existiert noch heute die Schaefer IT, jetzt mit neuem Werk in Dresden-Kaditz.

32-Bit-Kleinrechner mit Terminals VT200 mit VMS nach Vorbild der VAX von DEC (Robotron K1840, MicroVax als K1820).
Produziert bei Robotron in Dresden.

All diese Technik wurde in relativ geringen Stückzahlen importiert
(über Schleichwege, da die netten Brüder und Schwestern im Westen einen legalen Export verboten hatten, Stichwort COCOM-Liste).
Gewöhnlich wurde daher originale West-Technik unter "Tarnbezeichnungen" eingesetzt, z.B. IBM-PC als "AKTS" oder VAX als "System2".
Natürlich war das alles teuer und die Stückzahlen zu gering, also wurde alles nachentwickelt und selbst weiterproduziert.
Eine eigenständige inkompatible Entwicklung konnte sich in der Welt keiner mehr leisten.
Man hat es zwar versucht (z.B. bei der Grafik des AC7100), hatte aber dann immer den Ärger der nicht kompatiblen Standardsoftware
(z.B. "Larry Leffer" lief nicht, um mal ein besonders blödes Beispiel zu nennen).

Diverse Komponenten wurden auch in großer Stückzahl importiert, z.B. Diskettenlaufwerke, Festplatten, Disketten, Speicherschaltkreise.
Diskettenlaufwerke wurden zwar beim BuMa in K.-M.-Stadt gebaut, aber wegen nicht ausreichender Stückzahl auch aus Ungarn importiert.
Festplatten für die Mainframes kamen u.a. aus Bulgarien.

Beim Übergang auf die 16-bit-CPU für PC hatte man sich verkalkuliert: Zur Auswahl standen seinerzeit Intel 8086, Zilog Z8000 und Motorola 6800.
Die DDR setzte auf den Z8000 (als U8000 erschienen), aber leider setzte sich international der Intel durch, obwohl er ein wesentlich
schlechteres Konzept hatte. Daher war der U8000 nur wenig nütze und wurde nur in wenig bekannten Systemen verbaut
(z.B. EAW P8000 aus Berlin mit einem Unix).
Stattdessen importierte man den I8086 als kompatiblen aus der SU (K1810WM86, Spitzname "Waschmaschinenprozessor").
Der Spitzname rührte daher, daß "WMxx" auch typische Bezeichnungen für Waschmaschinen von FORON Schwarzenberg/Egb. waren.
Zur Herbstmesse 1989 wurde aus DDR-eigener Produktion dann ein 80286-kompatibler vorgestellt, aber wahrscheinlich ist die Serienproduktion nicht mehr angelaufen.

Für die Standard-kompatible Hardware gab es praktisch auch alle Standardsoftware, nur unter anderem Namen.
In den ersten Jahren wurde sie wirklich noch neu geschrieben, später dann wohl nur noch kopiert und die Namen gepatcht.
Beispiele zur Übersetzung (die Versionsnummern entsprachen gewöhnlich dem Original):

DOS - DCP (3.2 und 3.3)
CP/M - SCP
dBase - REDABAS

Bei vielen Dingen, etwa dem beliebten Turbo-Pascal 2, hat einfach keiner nach der Quelle gefragt.
Neben Robotron gab es auch andere Anbieter, u.a. gab es ein CPA genanntes CP/M von der AdW (Akademie der Wissenschaften), das wesentlich besser war als das Original
(so ähnlich wie später DR-DOS von Digital Research im Vergleich zu MS-DOS/PC-DOS).
Als Programmiersprachen wurde alles genutzt, was auch sonst verbreitet war. Auf den Großrechnern PL/1 und COBOL, auch C und Pascal,
auf den PC-Verwandten Basic (Interpreter und Compiler), Fortran, (Turbo) Pascal, Forth u.a., und natürlich überall auch Assembler.
Das Hochschulwesen hatte sich Mitte der 1980er Jahre auf Modula-2 eingeschworen, so wie 10 Jahre später auf C++ und heute Java.

(Teil 3 folgt)
Jan Bochmann
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Jan Bochmann »

(Teil3)

Ein ebenfalls interessantes Feld waren die Drucker. Die "großen" laß ich weg, denn davon habe ich keine Ahnung.
In der Anfangszeit der Heimcomputer in der Bundesrepublik waren Drucker von "president printer" sehr weit verbreitet.
Das war ein Export-Label von Robotron, in Sömmerda stand in den 1980er Jahren das größte Druckerwerk Europas.
Während diese Exporte florierten, importierte die DDR gleichzeitig japanische Drucker wie Epson FX-86 und LX-80.
Wahrscheinlich hing das mit Importzöllen der EU zusammen, die die Japaner zahlen mußten, die DDR aber nicht, weil es ja "innerdeutscher" Handel war.
Es gab aber auch Joint-Ventures, z.B. mit Toshiba bzgl. Magnetbandkassetten und -Laufwerken und mit 3M bzgl. Disketten
(Beteiligung an einem Werk in Bayern, über den F.-J.-Strauss-Milliarden-Kredit von 1987 (?)).

Kommen wir zum "Consumer"-Bereich:

Viele DDR-Bürger hatten Westverwandschaft, die mehr oder weniger gern Pakete schickte.
Auf diese Art kam sehr viele westliche Technik in die Haushalte.
Ich erinnere mich z.B. an C64, C16, ZX-80, ZX-81, ZX-Spectrum, Atari bei Schulkameraden.
Ein Kollege meines Vaters kam auf diese Weise zu 2 Stück ZX-81 (einer als Bausatz), und einen davon hat er dann für längere Zeit an meinen Vater verliehen.
Das war eigentlich der erste Computer, für den ich mal etwas geschrieben habe.
Vielleicht kann sich noch jemand erinnern: Hersteller Sinclair aus UK, Z80/4MHz, eingebautes sehr eigenwilliges BASIC,
Ausgabe über Fernseher schwarz/weiß, nur Pseudografik, kaum brauchbare Folientastatur.
Auf dem kleinen schwarzen Gehäuse konnte man nach einiger Zeit Spiegeleier braten, und oft abgestürzt ist das Ding auch.
Aber es war interessant ;-)

Intershop: Wer Westverwandschaft hatte oder sonst irgendwie zu DM oder Forumschecks kam, konnte dort wohl fündig werden.
Ich hatte weder noch und habe daher keine Erinnerung an Details.

In der DDR gab es eine nennenswerte Anzahl von Ausländern (z.B. aus Ungarn, aber auch aus Entwicklungsländern),
die einen Paß hatten und in den Westen reisen durften.
Viele davon betrieben einen Kleinhandel mit Computern und Zubehör.
Das war sogar richtig legal: Die staatlichen Gebrauchtwarengeschäfte ("A&V") kauften und verkauften diese Sachen ganz offiziell für DDR-Mark.

Die Zahl der erlaubten Besuchsreisen von DDR-Bürgern in westliche Länder stieg mit den Jahren immer mehr an und erreichte wohl zuletzt über 2 Mio pro Jahr.
Damals gab es das berühmte Begrüßungsgeld von 100 DM (+40 DM extra in Bayern).
Nur die ganz Dummen haben davon Bananen gekauft, andere z.B. günstige Floppy-Laufwerke von Loewe.

Weitere Privat-Importe ergaben sich durch Reisen z.B. nach Polen, wo es in den 1980er Jahren schon eine Menge Computergeschäfte gab.

Blieb noch der Selbstbau: Es gab viele Elektronikbastler, und es gab auch Infrastruktur dafür, d.h. Fachzeitschriften wie z.B. die "rft" oder "Funkamateur"
und auch Elektronik-Geschäfte und Versandhandel.
Dennoch war es schwierig und nicht ganz billig, alle Teile für einen funktionierenden Computer zusammenzubekommen.
Hauptproblem waren dabei nicht mal die CPU (z.B. den o.g. K1810WM86 gab es zu kaufen), sondern Spezialschaltkreise wie z.B. Bustreiber und E(E)PROMS sowie Schaltnetzteile.
Damit habe ich aber auch nur wenig Erfahrung.
Ich kenne das in der Hauptsache von Mitschülern und Kommilitonen, deren Werke ich damals ausgiebig bewundert habe.

(Teil4 folgt)
Jan Bochmann
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Jan Bochmann »

(Teil4)

Die großen Industriekombinate in der DDR waren alle dazu verdonnert, auch Konsumgüter herzustellen.
Der Quasi-Monopolist für Computer, Robotron, stellte daher alles mögliche her, z.B. elektrische Heizdecken, Flaschenöffner und Möbelstücke.
An so etwas interessantes wie einen Heimcomputer ging man aber erstmal nicht heran.
Monopolisten sind gewöhnlich weder innovativ noch risikofreudig. Das ist überall so, auch heute.
Dafür sprangen aber andere in die Lücke:
Ca. 1984 wurden gleich zwei Heimcomputer vorgestellt, u.a. auf Messen und in Zeitschriften wie "Jugend+Technik" und "technicus".
Das waren der Z9001 von Meßelektronik Dresden und der HC900 vom Kombinat Mikroelektronik aus Mühlhausen/Thür.
Beide waren für die damalige Zeit ganz brauchbar und dem mir schon bekannten ZX-81 deutlich überlegen.
Basis war jeweils ein U880 (=Z80), die sonstige Ausstattung aber recht unterschiedlich.
Der HC900 hatte richtige Pixelgrafik, der Z9001 nur Pseudografik, aber dafür die schnellere CPU
(2.5MHz, beim HC900 nur 1.75MHz wegen langsamerer Speicher-Chips).
Standard-Programmiersprache war BASIC, geliefert auf MC (Musikkassette), hierfür hatten beide ein kompatibles Interface.
Ausgabegerät war wie damals allgemein üblich ein normaler Fernseher, angesteuert über Videoeingang oder Antenne.
Witzigerweise hat das Antennensignal PAL-kodiert gearbeitet, also mit dem westdeutschen Fernsehstandard statt des RGW-üblichen SECAM.
Das war im größten Teil des Landes kein Problem, denn außer im Raum Dresden wurden Farbfernseher meist serienmäßig mit SECAM+PAL-Dekoder ausgeliefert.

Sehr kurzzeitig und in sehr geringer Stückzahl gingen beide Computer 1985 in den Handel.
Das wurde aber gleich wieder gestoppt.
Offizielle Begründung war: Die Stückzahlen reichen sowieso nicht aus, deshalb beliefern wir lieber Schulen, Hochschulen, Berufsschulen, Schüler-Rechenzentren usw., denn da können mehr Leute (=Schüler/Studenten/Azubis) mit der selben Anzahl Computer arbeiten.
Es gab noch eine inoffizielle Begründung, die kenne ich aber nur als unbestätigtes Gerücht:
Zu dieser Zeit gab es bereits sehr viele Fernsehkabelnetze, sowohl von der Post/Telekom als auch von Genossenschaften, mit tausenden Teilnehmern.
Mit einem solchen Computer, der ein Antennensignal ausgab, konnte man praktisch in einem solchen Netz sein eigenes Programm einspeisen.
Das gefiel weder der Post, die das Funkfrequenz- und Telefonmonopol hatte inkl. Fernsehen und Radio, noch dem MfS, das jeden Schwarzfunker am liebsten gleich zum Staatsfeind erklärte.

So kam es denn dazu, daß diese Computer alsbald an vielen Bildungsstätten heimisch wurden.
Irgendein Bürokrat hat versucht, da etwas "Ordnung" hineinzubringen, und so wurden sie umbenannt und hießen statt "Heimcomputer" nunmehr "Kleincomputer":
Der Z9001 wurde zum KC85/1, und da Robotron derweil den Meßelektronik-Betrieb geschluckt hatte, hatten sie nun auch einen.
Parallelen zu heute sind nicht zu verkennen...
Der HC900 wurde zum KC85/2.

Nahezu jeder Lehrling und Student irgendeiner technischen Richtung hatte mit diesen Geräten irgendeine Ausbildung.
In der Praxis ist aber wohl doch mehr damit gespielt worden, auch wenn es viele Lehrer nicht gerne gesehen haben.
Wer aber programmieren lernen wollte, der konnte.
Es gab Bücher (im Vergleich zu heute spottbillig), Zeitschriften und auch Radiosendungen, die zumindest für den Einstieg geeignet waren.

Für den Heimanwender blieben nun aber wieder nur die oben erwähnten Wege.
So hatte man beim Leiterplattenwerk Riesa (zu Robotron gehörig, m.W. noch heute existent) die Idee, einen sehr einfachen Heimcomputer anzubieten.
Es entstand der Z1013. Den gab es nur als Bausatz und nur über ein Fachgeschäft in Erfurt.
Basis war auch hier der altbekannte U880, aber wegen sehr billiger und langsamer Speicherchips nur mit 1 MHz.
Das machte aber wenig, denn durch Umlöten einer einzigen Brücke konnte man auf eigenes Risiko schon mal 2 MHz daraus machen.
Für das Gerät gab es alsbald auch jede Menge Anleitungen zu Umbauten und Erweiterungen, z.B. mehr Speicher (64KB statt nur 16),
Pixelgrafik, Anschluß einer elektronischen Schreibmaschine als Tastatur/Drucker statt der Folientastatur usw.
So eine Maschine habe ich mir 1989 auch gekauft, aber natürlich schon lange verschrottet.

(Teil5 folgt)
Jan Bochmann
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Re: Fliegen mit BAHN

Beitrag von Jan Bochmann »

(Teil5)

Im Lauf der folgenden Jahre wurden beide KC weiterentwickelt, außerdem gab es Zubehör, z.B. Joysticks.
Man konnte zwar nahezu jeden beliebigen Kassettenrecorder als Massenspeicher verwenden, es gab aber oft Probleme wegen der auf Musik optimierten automatischen Aussteuerung, die Rechtecksignale "verschleift".
Deshalb gab es extra für die KC ein abgespecktes GeraCord aus Gera als "DataCord".
Die in der DDR recht teuren MC mußte man nicht benutzen: Es gab preisgünstige Basteltüten mit Teilen für 3 MC und Band für 2 MC zum Preis von nicht mal einer MC.
Daraus konnte man sich eine 60min- und zwei 30min-Kassetten selber bauen.
Die kurzen waren übrigens sehr praktisch, weil sich das lästige Spulen verkürzte.

Aus dem KC85/2 wurde später der KC85/3 mit mehr Speicher und mehr fest im ROM verfügbaren Funktionen (Grafik und BASIC),
Später kam dann noch ein KC85/4 mit besserer Tastatur und schnellerer Grafik, sowie einem Zurüstteil mit Diskettenlaufwerk.
Der Nachfolger KCCompact war in Vorbereitung, wurde aber wohl dann nicht mehr produziert.

Aus dem KC85/1 wurde der KC87 mit ebenfalls mehr Speicher, ROM-BASIC und standardmäßiger Farbausgabe.
Aus der Serie Bürocomputer/PC-8-bit entwickelte man bei Robotron dann den "Bildungscomputer" BC5110,
einerseits CP/M-fähig mit Diskettenlaufwerk und andererseits mit Pixelgrafik.
Davon gab es auch eine abgerüstete Variante 1510(?), die wieder in den Einzelhandel kommen sollte.

Die letzten KC wurden dann kurz vor der Währungsunion im Frühjahr 1990 im Einzelhandel verkauft,
aber mit der Einführung der DM verschwanden sie sofort aus dem Handel.

Für die KC gab es als Standard-Programmiersprache einen BASIC-Interpreter.
Der war gar nicht schlecht, hatte aber leider nur die beiden Datentypen "Zahl" und "Zeichenkette" (String).
"Zahl" ist dabei immer eine Gleitkommazahl.
Die 8-Bit-Hardware kannte so etwas aber noch gar nicht, und so mußten alle Gleitkomma-Operationen aufwendig als Software realisiert werden, was den Computer langsam machte.
Das hat sehr viele Programmierer zum Assembler getrieben, obwohl es auch andere Alternativen gab, z.B. Pascal, Forth und C-Dialekte.

Es hatte auch sein Gutes: So habe ich immerhin Z80-Assembler gelernt, und später auch noch Intelx86.
Die Abneigung gegen Gleitkommazahlen ist geblieben: in BAHN gibt es bis heute keine.
Dadurch gab es auch keine Probleme mit dem Pentium-Bug, und sollte mal wieder ein Hersteller eine Billig-CPU ohne FPU herausbringen (wie weiland den Intel80486SX), dann könnte man als BAHN-Nutzer ruhig zugreifen ;-)

(Während ich an diesem Text geschrieben habe, gab es schon eine Antwort. Nun denn, so sei es eine Ergänzung.)

MfG und Schönen Sonntag,
Jan B.
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