Guten Abend,
Helfer hat geschrieben:Guten Abend,
weder im Forum noch im Internet habe ich Beschleunigungswerte für Busse gefunden.
Vielleicht auf den Seiten der Hersteller? Es hängt u.a. von der Motorisierung ab, und da kann man verschiedene auswählen. Die weiter unten von mir genannten Werte stammen nahezu alle aus Herstellerprospekten, die bei vielen Herstellern ganz einfach auf deren Webseite zu finden sind.
Helfer hat geschrieben:
Es geht um "normale" Gelenk- und Solobusse in Bremen. Bisher habe ich zum Anfahren 0,3 m/s², 0,4 m/s² und 2,0 m/s² und zum Bremsen 1,0 m/s² und 3,0 m/s² in meinem Netz. Das sieht mir ein bisschen durcheinander aus.
Anfahren 0,3 und 0,4 ist ein bißchen wenig. Moderne Straßenbahnen/Stadtbahnen erreichen etwa 0,9 bis 1,3 m/s², jedenfalls bis ca. 50km/h. Beim Bus dürfte es vielleicht etwas mehr sein, wenn er "sportlich" gefahren wird. Es ist freilich nur ein Durchschnittswert: Der Bus muß zwischendurch schalten, im Gegensatz zu Straßenbahn und O-Bus. Aber 2,0 m/s² ist sicher zu viel.
Beim Bremsen mit 3,0 m/s² würden wohl alle Fahrgäste und der Fahrer durch die Frontscheibe fliegen.
Beim Anfahren läßt die Beschleunigung meist bei ca. 30..40km/h nach, je nach vorhandener Leistung und gewünschtem Energieverbrauch (es gibt z.B. via Software gedrosselte Antriebe). Deshalb ist es eigentlich wichtig, welcher Geschwindigkeitsbereich gemeint ist. Das selbe Fahrzeug hat von 0 bis 40km/h gewöhnlich eine höhere Beschleunigung als von 0 bis 60km/h oder gar von 40 bis 60km/h.
Natürlich spielen Topographie (Anfahren am Berg bzw. im Gefälle) und Straßenzustand/Gleiszustand (trocken/naß/Eis/Laub) auch eine wichtige Rolle.
Helfer hat geschrieben:
Meine Straßenbahnen (u. a. Bombardier Flexity) fahren mit 0,4 m/s² an und bremsen mit 1,0 m/s².
Für moderne Straßenbahnen habe ich ein paar Beispiel-Werte, außer denen, die schon in der BAHN-Hilfe unter "Beschleunigung" zu finden sind. Das Formelzeichen "b" steht hier für die Bremsverzögerung, und "a" wie allgemein üblich für die Beschleunigung:
FR Marseille Flexity Outlook (Bombardier/Siemens/ELIN):
a=0,9 m/s² (von 0 bis 70 km/h)
b=1,5 m/s² (Gefahrenbremsung 2,85 m/s²)
DE Berlin Flexity (Bombardier):
a=0,65 bis 0,75 m/s² (je nach Variante, es gibt 4 unterschiedliche)
b=1,2 m/s² (Gefahrenbremsung 2,74 m/s²)
DE Düsseldorf NF8U (Siemens/Kiepe):
a=1,2 m/s²
Gefahrenbremsung 2,7 m/s²
CZ Plzen K3R-NT (CKD/PARS):
a=1,8 m/s² (im Gegensatz zu den meisten deutschen Wagen mit Allradantrieb)
CH Zürich FB Be4/6 (Stadler):
a=1,2 m/s²
FR Bordeaux Citadis302/402 (Alstom):
a=1,15 m/s²
Gefahrenbremsung 2,85 m/s²
PT Almada Combino Plus (Siemens):
a=1,3 m/s²
b=1,1 m/s²
Zum Vergleich noch S-Bahn DB 423 (Adtranz,Alstom LHB,ABB,Bombardier):
a=1,0 m/s²
Bei Fahrzeugen, die normalerweise rein elektrisch angetrieben und gebremst werden (also die meisten Straßenbahn-Tw, U-Bahnen, S-Bahnen sowie O-Busse, jeweils ohne Beiwagen/Anhänger), dürfte die übliche Bremsverzögerung nahezu identisch zur Anfahrbeschleunigung sein. Beim Bus gilt das natürlich nicht, da Fahren und Bremsen von ganz unterschiedlichen Baugruppen realisiert werden. Auch die Motorbremse ist nicht einfach eine Umkehr des Antriebs, im Gegensatz zum als Generator arbeitenden Elektromotor.
Grüße
Jan B.